Rückblick: Finest Spirits 2019

News   •   20. Februar 2019

Im Zeichen des Rums

Das Münchner Finest Spirits Festival mausert sich mehr und mehr zu einem veritablen Highlight für alle Freundinnen und Freunde des Rums. Ließ sich bereits in den vergangenen Jahren ein spürbarer Anstieg an Rum-Ständen verzeichnen, so konnte man auch in diesem Jahr wieder viele spannende Abfüllungen entdecken. Nicht zuletzt deshalb, weil die Finest Spirits 2019 im Zeichen des Rums stand und an der Messe-Bar mit tollen Signature-Cocktails aufwartete. Auch zahlenmäßig gab es einige Rekorde zu vermelden: 9.500 Besucher konnten sich durch das Angebot von 120 Ausstellern und über 1.000 Marken verkosten. Kein Wunder, dass die Messe auf drei Tage angesetzt war.

Richi Link auf der Finest Spirits 2019
Volle Konzentration – Bartender Richi Link bereitet perfekte Rum-Cocktails zu.

© Rum-Magazin

Begleitet uns auf unserem retrospektiven Rundgang über die Finest Spirits in Wort, Ton und Bild. Um einen möglichst authentischen Eindruck von der Messe zu vermitteln, haben wir den Beitrag mit zahlreichen Audio-Interviews angereichert, in denen unterschiedliche Leute aus der Rum-Szene zu Wort kommen.

Anfang und Ende

Am Beginn des Festivals stand ein überraschendes Ende. Der Gründer und bisherige Veranstalter Frank-Michael Böer verkündete unerwartet, dass er die Finest Spirits (zusammen mit der Craftbier-Messe Braukunst Live) an den Meininger Verlag verkauft und die Messe damit zum letzten Mal organisiert hat. Böer gründete die Finest Spirits im Jahr 2005 und wendet sich nach 15 Jahren nun einem neuen Tätigkeitsgeld zu: Er verlässt Deutschland und widmet sich einem Tourismus-Projekt in Nova Scotia, Kanada. Wir wünschen ihm viel Erfolg dabei.

Frank-Michael Böer
Gründer Frank-Walter Böer (links) verkündete seinen Abschied und führte anschließend durch den Presserundgang (hier am Stand von Bowmore).

© Rum-Magazin

Spirit of Rum

Ein Messe-Rundgang will strategisch geplant sein, denn wie alles im Leben sind auch die Kapazitäten der Leber endlich. Unsere erste Station führte zum Stand von Spirit of Rum, an dem das Team um Dirk Becker und Rum-Depot-Betreiber Stefan Brinkmann mit vielen verkostenswerten Abfüllungen wartete. Im Interview berichtet Stefan über frankophonen Nachwuchs im Portfolio, namentlich die Rhum Agricoles Rhum Depaz, Saint James und (in Kürze) Habitation Saint-Etienne (HSE). Weiterhin vertrieben werden die Marken Don Q, Tres Hombres und Nine Leaves. Stefan geht außerdem auf aktuelle Trends, unterschiedliche Vorlieben seiner Kunden sowie baldige Neuerscheinungen der Rumclub Private Selection ein.

Spirit of Rum
Der Stand von Spirit of Rum – eine Augenweide für jeden Rum-Enthusiasten!

© Rum-Magazin

Rhum Depaz

Anschießend unterhielt ich mich am Stand von Spirit of Rum mit Benoit Bail, dem Brand Ambassador von Rhum Depaz. Benoit stellt den Rhum aus Martinique ausführlich vor und erläutert, warum Rhum Agricole zwangsläufig ein Nischenprodukt bleiben wird. Aufgrund seines milden Charakters eignet sich Rhum Depaz besonders gut als Einstieg in die Welt der Agricole-Rums.

Spirit of Rum und Rhum Depaz
Guter Stand, gute Leute: Katarina Freisleder, Stefan Brinkman und Benoit Bail

© Rum-Magazin

Rum Company

Weiter ging es zum Stand der Rum Company, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Frank Zimmermann plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und erzählte, mit welchen Schwierigkeiten er anfangs konfrontiert war – und wie er überhaupt dazu gekommen ist, Rum abzufüllen. Außerdem stellt er seinen neuen Navy Rum vor und berichtet über zukünftige Pläne und Neuerscheinungen.

Frank Zimmermann
Frank Zimmermann, Gründer der Rum Company, feiert zehnjähriges Jubiläum und hat einen schönen Navy Rum kreiert.

© Rum-Magazin

1423

Am Stand von 1423 stellte uns Nina Vorster das breite Portfolio des dänischen Rum-Abfüllers vor. 1423 vertreibt die Rums der jamaikanischen Brennerei Worthy Park Estate sowie die Marken Ron Esclavo, Companero und S.B.S. Neu im Sortiment ist zudem der Rammstein-Rum, dessen erster Batch bereits ausverkauft ist. Neben Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt uns Nina einen Ausblick auf die Neuerscheinungen 2019.

1423 Nina Vorster
Am Stand von 1423 erzählte uns Nina Vorster (rechts) alles über das Portfolio des dänischen Abfüllers.

© Rum-Magazin

Rum Nation

Florian Burkhardt sprach mit uns über den unabhängigen Abfüller Rum Nation aus Italien, bei dem sich viele interessante Abfüllungen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis finden lassen. Neben den regulären Single Domaine-Rums sind bei Kennern insbesondere die limitierten Single Cask-Abfüllungen der Rare Rum Reihe begehrt – darunter Highlights von Caroni und Enmore.

Florian Burkhardt
Florian Burkhardt weiß so ziemlich alles über Rum und ist immer für ein gutes Gespräch zu haben.

© Rum-Magazin

Außerdem berichtet Florian über die in Deutschland noch wenig bekannte Marke Kill Devil des unabhängigen Abfüllers Hunter Laing aus Schottland. Auch hier finden sich viele spannende Single Cask-Abfüllungen von hoher Qualität. Daneben gibt es mit dem Overproof Dark einen schönen Standard-Rum im Sortiment, der dem alten britischen Navy Style huldigt.

Rum aus Mauritius: Chamarel, Labourdonnais und Bougainville

Ausführlich unterhalten haben wir uns mit Solveig Gerz-Stamenkovic und Vladan Stamenkovic von Fancy Food & Lifestyle, die mir den Marken Chamarel, Labourdonnais und Bougainville erstklassigen Rum aus Mauritius vertreiben. Im Interview berichtet Solveig über die unterschiedlichen Destillerien und deren Herstellungsverfahren. Während Chamarel und Labourdonnais frischen Zuckerrohrsaft als Ausgangsprodukt verwenden, greift Bougainville auf Melasse zurück. Diese wird sehr langsam bei 18 Grad über einen Zeitraum von 14 Tagen fermentiert. Agricole-Rums erleben derzeit eine Renaissance, nicht zuletzt aufgrund des ausgeprägten Terroir-Einflusses. Speziell bei Chamarel spielt dieser eine wichtige Rolle, da die Zuckerrohrfelder des Single Estate Rums 350 Meter über dem Meeresspiegel liegen und (im Gegensatz zu anderen Destillerien auf Mauritius) nicht bewässert werden müssen.

Fancy Food
Ein sympathisches Paar mit Liebe zu Mauritius-Rum: Vladan Stamenkovic und Solveig Gerz-Stamenkovic

© Rum-Magazin

Damoiseau Rhum

Abschließend unterhielten wir uns mit Milena Kauder von Damoiseau Rhum. Sie erläutert die Besonderheiten von Rhum Agricole im Allgemeinen und stellte uns das interessante Portfolio des Rhums aus Gouadeloupe vor. Dieses umfasst weißen Rum, Arrangés, zwei neue Blends aus Agricole- und Melasse-Rum – Statera und Concordia – sowie die fassgereiften Varianten VOVSOPXO und Millésime.

Milena Kauder
Cocktail-Time mit Milena Kauder

© Rum-Magazin

Rhum Damoiseau
Feiner Rhum Agricole aus Gouadeloupe: Damoiseau Rhum

© Rum-Magazin

Sebastian Freisleder und Milena Kauder
Am Ende eines langen und erlebnisreichen Tages: Sebastian Freisleder mit Milena Kauder am Stand von Damoiseau

© Rum-Magazin

Alles in allem in rundum gelungenes Festival mit vielen netten Leuten, tollem Rum und einer Menge Eindrücke. Wir freuen uns auf die Finest Spirits 2020 – dann unter neuer Leitung in hoffentlich altbewährter Qualität.

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2 Kommentare zu „Rückblick: Finest Spirits 2019“

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